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Emilie Flöge, das Reformkleid und ein Pop-up Shop am Attersee

Im März 2023 beauftragte uns das Leopold Museum Wien mit der Rekonstruktion eines Reformkleides von Emilie Flöge nach einer Fotografie von Madame D`Ora aus dem Jahr 1909. Seit März dieses Jahres ist es in der Sammlung "Wien 1900" in einer eigens angefertigten Vitrine dauerhaft ausgestellt. Durch die intensive Auseinandersetzung mit dem Leben und dem Lebensstil von Emilie Flöge und die zahlreichen Besuche am Attersee mit ihrem Lebensgefährten Gustav Klimt entstand die Idee eines Pop-up Shops Summer Specials im Juli 2024 bei Hanslmann am Attersee.





MODEHISTORIE. Schon während ihres Studiums in der Modeklasse an der Angewandten habe sie sich, erzählt Franziska Fürpass-Kermani, Gründerin der Wiener Salonmodemarke FEMME MAISON, mit der Arbeit von Reformkleidpionirin Emilie Flöge auseinandergesetzt. Auf Betreiben des Leopold Museums konnte sie nun an dieses frühe Interesse anschliessen: Fürpass rekonstruierte in akribischer Entwurfs- und Schneiderarbeit ein Volantkleid der Flöge, das nun als Teil der Dauerausstellung zu sehen ist.


Daniel Kalt für das Presseschaufenster, 21.Juni 2024





Interview Leopold Museum mit Franziska Fürpass-Kermani


Wie bist du zu dem Handwerk gekommen?

Ich komme aus einer - ich würde sagen - alternativen, sehr künstlerischen Familie. Mein Vater ist Bandoneonspieler, Maler und freischaffender Künstler, meine Mutter Bibliothekarin - ich bin sehr frei aufgewachsen und trotz finanzieller Engpässe in meinen Träumen sehr unterstützt worden. Als Teenager kam ich über das Zeichnen zur Mode - und meine Ausbildung ermöglichte es mir, das Handwerk zu erlernen. An der Universität für angewandte Kunst lag der Schwerpunkt auf Design. Für mich sind das die beiden wichtigsten, essentiellen Säulen.


Wann hast du dich zum ersten Mal mit den Entwürfen von Emilie Flöge beschäftigt?

Vor 19 Jahren, im Rahmen eines Projekts während meines Studiums an der Universität für Angewandte Kunst. Die Aufgabe bestand darin, aus einem historischen Kostüm eine zeitgenössische Kollektion zu entwickeln, die 1:1 nachgeschneidert werden sollte. Ich habe mich damals für das Kleid von Emilie Flöge entschieden, das heute, jetzt und hier in der Ausstellung zu sehen ist. Somit habe ich das Kleid schon zweimal gefertigt - nur diesmal mit einem noch besseren Auge. 


Könntest du bitte kurz in 2-3 Sätzen erzählen wer Emilie Flöge war? 

Emilie Flöge war eine österreichische Modeschöpferin und Lebensgefährtin von Gustav Klimt. Gemeinsam mit ihren Schwestern Helene und Pauline führte sie einen Haute-Couture-Salon namens “Schwester Flöge”. 

Sie war eine sehr inspirierende und auch faszinierende Frau der Wiener Bohème und somit auch Muse von Gustav Klimt, der für ihren Salon auch Reformkleider entwarf. Das Reformkleid war quasi der Ausbruch aus dem Korsett, die Kleider hingen von den Schultern und hatten weite, bequeme Ärmel. 

Dennoch verdiente Emilie Flöge ihr Geld mit konventioneller Mode, denn für die Reformkleider gab es noch nicht genügend Klientel. 


Wie war der Entstehungsprozess des Kleides?

Obwohl die Kostümsammlung der Universität für angewandte Kunst sehr umfangreich ist, gibt es nur wenige oder gar keine Kleider aus dem Salon der Schwestern Flöge. Daher war es notwendig, die Details und Proportionen anhand von Fotos der Reformkleider aus dieser Zeit zu studieren. Welche Stoffe wurden verwendet? Wie wurden sie verarbeitet? Kleinste Details. Da ich dieses Kleid schon einmal (vor 19 Jahren) studiert hatte, war es trotzdem sehr interessant - weil ich heute einfach noch mehr gesehen und verstanden habe. 

Zum Beispiel habe ich erkannt, dass die Dreiecke nicht aufgedruckt, sondern patchworkartig genäht waren, weil sich an einigen Nähten Falten gebildet hatten. 

Wir haben ein Muster aus Baumwolle angefertigt, um die Proportionen zu erfassen, wir haben verschiedenste Materialien zusammengetragen, um die Optik und auch die Schichtung der einzelnen Lagen so originalgetreu wie möglich zu gestalten und umzusetzen. 

 

Was bedeutet es, das Schnittmuster für ein Kleid nur nach einem Foto zu erstellen (und dabei so historisch genau wie möglich zu schneidern)? 

Ein Schnittmuster nach einem Foto zu entwerfen ist nicht die große Herausforderung - es ist vielmehr das Zusammenspiel so vieler Komponenten, die dazu beitragen, dass es dem Original entspricht. Das heißt, man muss einfach viel ausprobieren. Da ich mich seit 27 Jahren mit Mode und Handwerk beschäftige, kann ich mit Stolz sagen, dass meine Erfahrung mir dabei geholfen hat. Zusammen mit meiner Schneiderin haben wir viele Gespräche und Diskussionen geführt. Das Ergebnis war für uns beide überwältigend. 


Gab es besondere Herausforderungen bei der Herstellung?

Ja. Der Stoff, der für das Original verwendet wurde, ist ein gecrashter Seidenchiffon, der in Falten gekreppt wurde, und den ich in dieser Art nach dem Foto nicht gefunden habe. Also musste ich nach einer Alternative suchen. Seide, die man plissiert, geht zum Beispiel nach einiger Zeit wieder auf - und ich wollte, dass das Kleid hält. Die Lösung war ein synthetischer Stoff, den wir “nach guter alter Art und Technik” plissiert haben. 


Was zeichnet deiner Meinung nach ein Emilie-Flöge-Kleid aus?

Wenn man die Bilder von Emilie Flöge und Gustav Klimt in ihren Kleidern, in ihren Kaftans am Attersee in den geometrischen Mustern und Formen der Wiener Werkstätte sieht, dann waren sie ihrer Zeit weit voraus. Sehr modern, sehr avantgardistisch, bohemienhaft. Ein Ausdruck von Freiheit. Und das zeichnet auch ein Reformkleid aus. Das war Emanzipation.


Was macht Flöges Entwürfe zeitlos? 

Zum einen ist es diese wunderbar spürbare Freiheit der Kleider - zum anderen ist es das Zusammenspiel von gutem Design, guter Qualität - das kommt nicht aus der Mode. 



POP-UP SHOP bei Hanslmann am ATTERSEE


Am 11. - 14. Juli sind wir bei Gina Brandlmayr und ihrem HANSLMANN an ATTERSEE zu Gast. Wir veranstalten einen POP-UP SHOP gemeinsam mit Wiener Times, Luvi Fermente, Matthias Kaiser, Saint Charles, Woivi Gruber und XO Grill (13.Juli ab 19 Uhr). Unser Angebot erstreckt sich von eigens dafür entworfenen, Attersee inspirierten Seidenkaftankleider, sowie Baumwollblusen, Tages- und Cocktailkleidern bis hin zu Seidentüchern und Seidenunterwäsche sowie Schmuck von XENIA BOUS. Ebenso dabei ist die 1970s Marché d`été Blouse, eine Baumwollbluse mit Ric Rac Bändern, die mittlerweile von Frauen wie New Yorker Stilikone Leandra Medine Cohen, Schauspielerin Kelly Rutherford und Jane Birkin´s Tochter Lou Doillon getragen wird. First come, first served!


FEMME MAISON POP-UP SHOP at HANSLANN am ATTERSEE

11. - 14. Juli jeweils 10 - 18 Uhr

Unterroith 1

4853 Steinbach am Attersee



Wir freuen uns sehr auf euer Kommen!

Fühlt euch umarmt,

Franziska



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